Schwere Vorwürfe gegen den Kanzler: Jetzt packt sie aus!

- Advertisement -

Ihr Rücktritt hat im Oktober die Bundesregierung erschüttert. Jetzt bricht die Politikerin zum ersten Mal ihr Schweigen – und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Koalitionspartner und gegen Bundeskanzler Friedrich Merz. Sie spricht von einer gezielten „Kampagne“. Was genau sie dem Kanzler vorwirft und warum sie trotzdem auch Fehler einräumt.

- Advertisement -

Erstes Interview nach dem Rücktritt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Bundeskanzleramt, 05.10.2026. Foto: IMAGO / Bernd Elmenthaler
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Bundeskanzleramt, 05.10.2026. Foto: IMAGO / Bernd Elmenthaler

Wenige Wochen nach ihrem überraschenden Rückzug aus der Spitzenpolitik meldet sich eine der bekanntesten Frauen der Bundesregierung zu Wort. In ihrem ersten großen Interview rechnet sie mit dem Umgang innerhalb der Koalition ab – und lässt auch den Kanzler nicht gut aussehen.

- Advertisement -

Das Gespräch führte der Journalist Markus Feldenkirchen für das WDR-Format „Konfrontation“. Ausgestrahlt wird es am Montagabend, 2. November 2026. Vorab hat der WDR erste Aussagen veröffentlicht – und die haben es in sich.

Der Schicksalsschlag hinter dem Rückzug

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bei der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt, 30.09.2026. Foto: IMAGO / photothek (Florian Gaertner)
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bei der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt, 30.09.2026. Foto: IMAGO / photothek (Florian Gaertner)

Es geht um Bärbel Bas (SPD). Am 12. Oktober 2026 legte sie mit sofortiger Wirkung den SPD-Vorsitz nieder und bat den Kanzler, sie als Bundesministerin für Arbeit und Soziales zu entlassen.

Als Hauptgrund nannte sie damals den Tod ihrer Stieftochter, die Ende September an Krebs gestorben war. Im WDR-Interview beschreibt Bas, wie nah sich die beiden standen:

> „Wir waren sehr eng zusammen über viele Jahre.“

> – Bärbel Bas im WDR-Interview

Die Begleitung ihrer Stieftochter habe ihr viel Kraft genommen, für Politik habe sie den Kopf nicht frei gehabt. Bas räumt offen ein, dass sie aus diesen persönlichen Gründen wohl auch ohne die öffentlichen Angriffe zurückgetreten wäre.

- Advertisement -

„Da wurde eine Kampagne gefahren“

Bärbel Bas (SPD), damalige Bundesministerin für Arbeit und Soziales, bei einem Statement vor der SPD-Fraktionssitzung im Reichstag, Berlin, 22.09.2026. Foto: IMAGO / Andreas Gora
Bärbel Bas (SPD), damalige Bundesministerin für Arbeit und Soziales, bei einem Statement vor der SPD-Fraktionssitzung im Reichstag, Berlin, 22.09.2026. Foto: IMAGO / Andreas Gora

Schon in ihrer Rücktrittserklärung hatte Bas „öffentliche Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“ beklagt. Im Interview wird sie deutlicher: Aus der Union sei gezielt Stimmung gegen sie gemacht worden, um die SPD als Bremser von Reformen dastehen zu lassen.

> „Da wurde eine Kampagne gefahren.“

> – Bärbel Bas im WDR-Interview

Besonders scharf kritisiert sie den CDU-Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten, Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion. Er hatte im September in der „Bild“-Zeitung gesagt: „Die Ministerin ist nicht mehr tragbar.“ Bas kontert: „Sowas sagt man nicht als Koalitionspartner über eine eigene Ministerin.“

| Wer | Was gesagt wurde |

|—|—|

| Christian von Stetten (CDU), September 2026 | „Die Ministerin ist nicht mehr tragbar.“ / „Seit Monaten blockiert sie die Reformen, die unser Land so dringend braucht.“ |

| Bärbel Bas (SPD), WDR-Interview | „Sowas sagt man nicht als Koalitionspartner über eine eigene Ministerin.“ |

Die Absprache zur Rente – und die Rolle von Merz

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim Berlin Global Dialogue, Berlin, 21.10.2026. Foto: IMAGO / Xinhua (Li Hanlin)
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim Berlin Global Dialogue, Berlin, 21.10.2026. Foto: IMAGO / Xinhua (Li Hanlin)

Den Vorwurf, sie habe die Rentenreform verschleppt, weist Bas zurück. Die Koalitionsspitzen – darunter auch Kanzler Merz – hätten vereinbart, den Entwurf zur Rentenreform erst nach den Landtagswahlen Ende September vorzulegen. „Das war die Absprache“, sagt Bas.

Sie habe Merz über ihre private Lage und die Angriffe informiert. Er habe ihr signalisiert, sie solle sich Zeit nehmen, und zugesagt, sich um die Kritik aus seiner Partei zu kümmern. Ihr Fazit fällt ernüchternd aus:

> „Es hat aber keinen Anklang gefunden.“

> – Bärbel Bas über die Zusage von Friedrich Merz

Über ihren Rücktritt selbst hat Bas nach Angaben des WDR nicht mit Merz gesprochen. Der Kanzler sei von SPD-Chef Lars Klingbeil informiert worden.

Auch die eigene Partei bekommt Kritik ab

Bärbel Bas (SPD) beim Auftakt der Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion im Reichstagsgebäude, Berlin, 22.09.2026. Foto: IMAGO / Bernd Elmenthaler
Bärbel Bas (SPD) beim Auftakt der Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion im Reichstagsgebäude, Berlin, 22.09.2026. Foto: IMAGO / Bernd Elmenthaler

Nicht nur die Union, auch die SPD kommt in dem Interview nicht gut weg. Bas hätte sich mehr Rückendeckung aus den eigenen Reihen gewünscht. Kritik aus der Partei habe es schon über die Sommerpause gegeben. Als größtes Versäumnis der SPD nennt sie, Positionen inhaltlich nicht ausreichend geklärt zu haben.

Zugleich zeigt sich Bas selbstkritisch:

– Sie bedauert, dass ihre Rücktrittserklärung Streit in der Koalition ausgelöst hat.

– Hätte sie die Folgen vorausgesehen, hätte sie nach eigenen Worten auf die Kritik am Koalitionspartner verzichtet.

– An ihrer Einschätzung der Angriffe hält sie dennoch fest – „weil ich will, dass es besser wird“.

– Hinter dem Reformpapier der Rentenkommission, das sie mitinitiiert hat, steht sie weiterhin.

Ihre Botschaft an die Koalition ist klar: „Ihr müsst besser miteinander umgehen. Sonst wird das nix.“

Wie es jetzt weitergeht

Bärbel Bas, Alexander Dobrindt, Lars Klingbeil, Friedrich Merz und Nina Warken bei der Kabinettssitzung im Kanzleramt, Berlin, 23.09.2026. Foto: IMAGO / Bildgehege
Bärbel Bas, Alexander Dobrindt, Lars Klingbeil, Friedrich Merz und Nina Warken bei der Kabinettssitzung im Kanzleramt, Berlin, 23.09.2026. Foto: IMAGO / Bildgehege

Bas bleibt Bundestagsabgeordnete für ihren Wahlkreis in Duisburg. Im Arbeitsministerium folgte ihr der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) nach. Die SPD will ihre gesamte Parteiführung auf einem Bundesparteitag neu wählen, der im Dezember oder Januar stattfinden soll.

| Datum | Ereignis |

|—|—|

| September 2026 | CDU-Politiker von Stetten nennt Bas „nicht mehr tragbar“ |

| Ende September 2026 | Bas‘ Stieftochter stirbt an Krebs |

| 12. Oktober 2026 | Bas tritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin zurück |

| 2. November 2026 | Erstes großes Interview im WDR |

Das ganze Gespräch läuft am 2. November um 21.45 Uhr in einer 30-minütigen Fassung im Ersten und um 22.15 Uhr in einer 60-minütigen Fassung im WDR Fernsehen. Die lange Version ist zudem in der ARD-Mediathek abrufbar.

Umfrage: Hat die Union zu hart gegen Bärbel Bas ausgeteilt?

- Advertisement -

Latest Posts