Ein plötzlicher Erdstoß, panische Sekunden und dann Bilder der Zerstörung: Ein Einkaufszentrum ist bei einem Erdbeben eingestürzt. Die Meldung klingt wie der Beginn einer noch viel größeren Katastrophe – und genau diese Ungewissheit macht den Vorfall so dramatisch.
Erschütterung mit fatalen Folgen

Im Südwesten Japans hat ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1 massive Schäden angerichtet. Besonders betroffen ist die Insel Kyushu.
Zahlreiche Gebäude sollen am Dienstag eingestürzt sein. Unter den Trümmern werden offenbar mehrere Menschen vermisst oder eingeschlossen.
Besonders dramatisch ist die Lage in der Präfektur Kumamoto. Dort soll es in einem Einkaufszentrum nach dem Beben zu einer Explosion gekommen sein. Berichten zufolge gibt es mehrere Tote. Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist jedoch noch nicht abschließend bestätigt.
Berichte über Tote in Einkaufszentrum

Der Fernsehsender TBS spricht von einer „erheblichen“ Zahl von Todesopfern in der Aeon Mall in der Präfektur Kumamoto.
Von offizieller Seite wurde diese Zahl zunächst nicht bestätigt. Die Polizei konnte die Angaben bislang nicht verifizieren.
Laut NHK wurden mindestens 50 Menschen in Krankenhäuser gebracht. Weitere Personen sollen noch in den Trümmern eingeschlossen sein. Für Rettungskräfte dürfte jede Minute zählen, während die Suche nach Verschütteten weiterläuft.
Häuser stürzen ein, Menschen eingeschlossen

Auch außerhalb des Einkaufszentrums richtete das Beben schwere Schäden an. In einer Stadt sollen zwölf Häuser eingestürzt sein.
Teilweise wurden dabei offenbar Menschen unter den Trümmern begraben. Rettungskräfte suchen nun nach Überlebenden und versuchen, eingeschlossene Personen zu erreichen.
Japans Regierungschefin Sanae Takaichi berichtete zuvor von beschädigten Straßen und Brücken. Das vollständige Ausmaß der Schäden müsse aber noch ermittelt werden. Viele Informationen sind daher weiterhin vorläufig.
Tsunami-Warnung kurzzeitig aktiv

Nach Angaben der japanischen Behörde für Wetter- und Geowissenschaften ereignete sich das Beben um 16.27 Uhr Ortszeit auf Kyushu.
Auf der japanischen Erdbebenskala erreichte es die höchste Stufe sieben. Kurz nach dem Erdstoß wurde eine Tsunami-Warnung herausgegeben.
Diese wurde wenig später wieder aufgehoben. Trotzdem blieb die Lage angespannt. Nach starken Erdbeben können Nachbeben folgen, die bereits beschädigte Gebäude zusätzlich gefährden.
„Nicht aufrecht stehen“

Regierungschefin Takaichi sagte: „Ich wurde darüber unterrichtet, dass es mehrere Verletzte gibt.“ Außerdem erklärte sie: „In einigen Regionen kommt es zu Stromausfällen und Bränden, zudem wurden Straßen und Brücken beschädigt und Gebäude sind eingestürzt.“
Ein Reporter von NHK schilderte die Wucht des Bebens eindrücklich: „Als das Beben begann, waren die Erschütterungen so heftig, dass ich nicht aufrecht stehen konnte. Bitte seien Sie sich bewusst, dass es auch im Anschluss noch zu Erdstößen kommen kann.“
Bilder des Senders zeigten zerstörte Brücken, ausgebrannte Gebäude und umgestürzte Fahrzeuge.
Zehntausende ohne Strom

Auch die Stromversorgung wurde durch das Beben schwer getroffen. Nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Electric Power waren rund 45.000 Haushalte und Einrichtungen in der Region Kumamoto ohne Strom.
Bei den Atomkraftwerken wurden der Atomaufsichtsbehörde zufolge zunächst keine Auffälligkeiten festgestellt. Dennoch dürfte die Lage weiter genau überwacht werden.
Während Rettungskräfte nach Verschütteten suchen und Behörden das Ausmaß der Schäden prüfen, steht die Region unter Schock. Das Erdbeben hat innerhalb weniger Sekunden schwere Zerstörung hinterlassen – und viele Fragen sind noch offen.