Städte diskutieren 5-Meter-Abstand: Werden bald bettelfreie Zonen eingeführt?

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Eine unscheinbare Zahl erhitzt seit Tagen die Gemüter – doch wer glaubt, es ginge nur um ein paar Schritte Distanz, irrt gewaltig. Hinter der Debatte verbirgt sich ein Konflikt, der Innenstädte, Wirte und Sozialverbände gleichermaßen in Atem hält.

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Wachsende Debatte um neue Distanz-Regel

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Die Idee klingt zunächst harmlos: Passanten sollen Bettelnden künftig mindestens fünf Meter entfernt begegnen, sobald sie sich vor Straßencafés oder Restaurantterrassen bewegen. Was auf dem Papier nach Ordnung riecht, entfacht vor Ort jedoch eine überraschend emotionale Diskussion.

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Besonders in den Einkaufsmeilen Nordrhein-Westfalens melden sich Geschäftsleute zu Wort, die von „abschreckenden Szenen“ berichten – gleichzeitig warnen Hilfsorganisationen vor einer „Vertreibungspolitik durch die Hintertür“. So schaukelt sich die Stimmung Tag für Tag weiter hoch, ohne dass sich eine schnelle Einigung abzeichnet.

Fünf Meter, die für Zündstoff sorgen

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Weil die Abstandsregel rechtlich nur in sogenannten „bettelfreien Zonen“ greifen soll, wären Ordnungsämter gefordert, neue Kontrollrouten einzurichten. Schon jetzt kursieren interne Kalkulationen, wonach zusätzliche Einsatzkräfte und mobile Bodycams nötig sind, um Verstöße zu ahnden.

Gleichzeitig verweisen Kritiker auf Studien aus Österreich, nach denen ähnliche Maßnahmen das Straßenbild zwar „aufgeräumter“ erscheinen ließen, Armut und Not aber lediglich in die Seitenstraßen verdrängten. Die scheinbar kleine Zahl wird so zum Symbol für die Frage, ob Innenstädte künftig eher konsum- oder menschenfreundlich gestaltet werden.

Befürworter und Gegner ziehen klare Linien

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Während Handelsverbände die geplante Regel als „Signal für mehr Aufenthaltsqualität“ feiern, wittert die Opposition im Landtag einen „Testballon zur Kriminalisierung sozial Schwacher“. SPD-Fraktionschefin Lena Markert sprach gar von einem „Millionengrab“, falls Kommunen für jede Außengastronomie eigens markierte Zonen einrichten müssten.

Auf der anderen Seite drängen konservative Ratsfraktionen auf ein rasches Inkrafttreten noch vor dem Weihnachtsgeschäft. „Wir können es uns nicht leisten, Kunden durch aggressives Betteln zu verlieren“, heißt es in einem Positionspapier, das inzwischen in mehreren Rathäusern kursiert. Jeder weiteren Woche Verzögerung werden dort entgangene Umsätze in sechsstelliger Höhe zugerechnet.

Diese Stadt wagt jetzt den nächsten Schritt

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Erst spät am Montagabend wurde bekannt: Düsseldorf will als erste Großstadt die Fünf-Meter-Regel bereits ab 1. November 2026 verbindlich in die Straßenordnung schreiben. Ein Begleitbeschluss sieht vor, dass Sozialarbeiter gleichzeitig zusätzliche Anlaufstellen rund um die Königsallee eröffnen – aber nur außerhalb der neuen Sperrzonen.

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Damit wird klar: Was mit hitzigen Debatten in mehreren NRW-Ratsstuben begann, findet nun seinen Realitäts-Check in einer der prominentesten Einkaufsmeilen des Landes. Ob „betselfreie Zonen“ wirklich für mehr Ruhe oder nur für neue Konflikte sorgen, zeigt sich also schon in wenigen Wochen – und das Experiment am Rhein dürfte weit über Nordrhein-Westfalen hinaus Schule machen.

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