Werkstattpfusch und Kalibrier-Chaos

Auch hinter der Hebebühne brodelt es: Allein in Deutschland werden jährlich Millionen Frontscheiben ersetzt und Stoßfänger gerichtet. Sensoren und Kameras sind danach millimetergenau neu auszurichten – doch nur rund die Hälfte der Betriebe justiert sie überhaupt nach Hersteller-Vorgabe. Das Resultat: Radaraugen schauen in den Himmel, Kameras verwechseln Verkehrszeichen – und Warnlampen bleiben dunkel.
Weil die Fahrassistenz häufig keine Selbstdiagnose meldet, bemerken weder Werkstatt noch Kunde die Schieflage. Erst auf der Autobahn zeigt sich, was schiefgelaufen ist: Der Notbremsassistent interpretiert eine Brücke als Stauende, der Spurhalter zuckt hektisch am Lenkrad. Doch bei der nächsten HU bleibt das verborgen – der digitale Türsteher der Hersteller sei Dank.