Schreckmoment in rund elf Kilometern Höhe: Mitten auf einem Linienflug erfährt die Crew eines Passagierjets von einer Bombendrohung. Die Piloten setzen ein Notsignal ab, ein Kampfjet steigt auf und begleitet die Maschine bis zur außerplanmäßigen Landung.
Am Sonntagabend (18. Oktober 2026) spielten sich an Bord eines Airbus A320 bange Stunden ab. 57 Menschen saßen in der Maschine, als die Besatzung von der Drohung erfuhr. Was danach geschah, was die Durchsuchung ergab und wo das Flugzeug landen musste, zeigen die folgenden Seiten.
Bombenalarm auf dem Linienflug

Ein gewöhnlicher Abendflug wird für 51 Passagiere und sechs Crewmitglieder zur Nervenprobe: Während der Reise geht ein Hinweis auf eine mögliche Bombe an Bord ein. Die Piloten müssen schnell entscheiden, wie es weitergeht.
Nach Angaben des zuständigen Verkehrsministeriums meldete die Besatzung den Hinweis auf eine Bombendrohung und entschied sich für eine außerplanmäßige Landung. Laut Daten des Ortungsdienstes ADS-B Exchange sendete die Maschine zur selben Zeit den Transpondercode 7700, das Signal für einen allgemeinen Luftnotfall.
Diese drei Notfallcodes kennt die Luftfahrt:
– 7700: allgemeiner Notfall an Bord
– 7600: Ausfall des Funkkontakts
– 7500: Entführung des Flugzeugs
Kampfjet steigt in den Nachthimmel

Kaum war der Notruf abgesetzt, reagierte das Militär. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums stiegen Kampfjets der Luftwaffe nach Standardverfahren auf und eskortierten den Airbus bis zum Flughafen.
Die Jets waren laut Berliner Zeitung im Rahmen der Nato-Mission „Air Policing“ im Einsatz, mit der die Bündnispartner ihren Luftraum überwachen. Der Einsatz wurde demnach mit einem Luftoperationszentrum der Nato abgestimmt. Eine solche Begleitung ist Routine bei Zwischenfällen dieser Art: Die Militärpiloten können Sichtkontakt zur Maschine halten und die Lage aus der Nähe beurteilen.
Evakuierung und Durchsuchung

Nach der Landung ging alles schnell: Alle Passagiere und Crewmitglieder verließen das Flugzeug, Sicherheitskräfte durchsuchten anschließend den Airbus. Die Regierung richtete einen Krisenstab ein, die Behörden leiteten Ermittlungen ein. Verletzte wurden laut Berliner Zeitung nicht gemeldet.
Am Ende gab die Fluggesellschaft Entwarnung. In ihrer Stellungnahme heißt es:
> „Im Zuge der Durchsuchung des betroffenen Flugzeugs, der Fluggäste und der Crew konnte keine Gefährdung festgestellt werden.“
Wer hinter der Drohung steckt und auf welchem Weg sie einging, war zunächst nicht bekannt.
Auflösung: Flug von Tel Aviv nach Wien

Betroffen war Austrian-Airlines-Flug OS82 von Tel Aviv nach Wien. Laut bulgarischem Verkehrsministerium erfuhr die Crew kurz vor der rumänischen Grenze von der Drohung und steuerte daraufhin die bulgarische Hauptstadt Sofia an. Eine MiG-29 der bulgarischen Luftwaffe begleitete den Airbus bis zum Flughafen Sofia. Laut Austrian Airlines landete die Maschine dort um 20.42 Uhr (MESZ) sicher.
| Flug OS82 | Details |
|—|—|
| Fluggesellschaft | Austrian Airlines |
| Route | Tel Aviv – Wien |
| Flugzeug | Airbus A320 (Kennzeichen OE-LZE) |
| An Bord | 51 Passagiere, 6 Crewmitglieder |
| Notsignal | Transpondercode 7700 |
| Begleitschutz | MiG-29 der bulgarischen Luftwaffe |
| Landung | Sofia, 18.10.2026, 20.42 Uhr (MESZ) |
| Ergebnis | keine Gefährdung festgestellt |
Mitten in der Nacht weiter nach Wien

Nach der Sicherheitsprüfung ging es noch in der Nacht weiter: Laut dem Luftfahrtportal Austrian Wings flog die Maschine nach erneutem Boarding mit allen Fluggästen nach Wien und landete dort am Montag um 3.12 Uhr. Gut vier Stunden später, um 7.31 Uhr, hob der Airbus bereits wieder zu einem regulären Linienflug ab. Die Airline betonte:
> „Die Sicherheit unserer Fluggäste und Crews hat stets oberste Priorität.“
Die israelische Zeitung Haaretz hatte zuvor von einem anonymen Hinweis auf einen verdächtigen Gegenstand an Bord berichtet. Die Hintergründe der Drohung sind weiter unklar, die Ermittlungen laufen. Laut der Jerusalem Post waren bereits in der Vorwoche zwei Delta-Flüge von Bombendrohungen betroffen, die sich als Fehlalarme herausstellten.