Ein Amateurspiel am Sonntag endet mit Blaulicht: In der Schlussminute eskaliert auf dem Platz eine Massenschlägerei mit rund 20 Beteiligten. Ein Co-Trainer soll am Boden gegen den Kopf getreten worden sein – er verliert das Bewusstsein.
Ein Rettungswagen bringt den Mann ins Krankenhaus, die Polizei rückt mit mehreren Streifenwagen an. Inzwischen liegen mehrere Strafanzeigen vor – und die beiden Vereine geben sich gegenseitig die Schuld. Was genau passiert ist, lesen Sie auf den nächsten Seiten.
Eskalation in der Schlussminute

Ein Amateurfußballspiel ist am vergangenen Sonntag (18. Oktober 2026) völlig aus dem Ruder gelaufen. Kurz vor dem Abpfiff gingen Spieler und Betreuer beider Mannschaften aufeinander los – am Ende lag ein Co-Trainer bewusstlos am Boden.
Sportlich war die Partie da längst entschieden: Die Gastgeber führten deutlich mit 6:2. Laut Medienberichten brach die Schlägerei in der letzten Spielminute auf Höhe der Ersatzbank der Gäste aus. Rund 20 Personen sollen beteiligt gewesen sein.
Was der Auslöser war, ist umstritten. Nach Darstellung der Gäste hatte ein Spieler der Gastgeber nach einem Foul seinem Gegenspieler gegen den Brustkorb geschlagen. Die Gastgeber sprechen dagegen von einem rüden Foul eines Gästespielers, das die Eskalation ausgelöst habe. Beide Seiten bestätigen, dass auf beiden Seiten geschlagen wurde.
Am Boden gegen den Kopf getreten

Besonders schwer traf es den Co-Trainer der Gästemannschaft. Nach Angaben seines Bruders Mark Karmanski, der die Mannschaft als Trainer betreut, wurde Martin K. geschlagen, ging zu Boden und wurde dort von einem Spieler der Gastgeber gegen den Kopf getreten. Dadurch habe er das Bewusstsein verloren. Im Krankenhaus wurde ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert.
Mark Karmanski selbst wurde nach eigenen Angaben ebenfalls geschlagen, dabei wurde ihm die Brille aus dem Gesicht geschlagen. Über den Tritt gegen seinen Bruder sagte er:
> „Ich habe den Gedanken gehabt, das war ein Mordversuch.“ – Mark Karmanski, Trainer der Gästemannschaft
Die Verletzten nach bisherigem Stand:
– Co-Trainer der Gäste: bewusstlos, Schädel-Hirn-Trauma
– Trainer der Gäste: geschlagen, Brille aus dem Gesicht geschlagen
– drei weitere Gästespieler: große Blutergüsse im Brustbereich, im Krankenhaus untersucht
– ein Spieler der Gastgeber: Fleischwunde nach einem Tritt in den Rücken
Polizei, Anzeigen und Videoaufnahmen

Die Polizei bestätigte einen Einsatz mit mehreren Streifenwagen, nach Angaben des Gastgeber-Trainers waren mindestens zehn Beamte vor Ort. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war die Schlägerei allerdings bereits vorbei. Es wurden mehrere Strafanzeigen erstattet. Welche Vorwürfe genau geprüft werden, ist bislang nicht bekannt.
Die Gäste haben Anzeige erstattet, Mark Karmanski will gegen den mutmaßlichen Täter zusätzlich privat vorgehen. Auch die Gastgeber wollen einen Verletzten Anzeige erstatten lassen. Nach ihren Angaben gibt es Videoaufnahmen, die der Polizei übergeben werden sollen. Ob sie den gesamten Ablauf zeigen, ist unklar.
| Streitpunkt | Version der Gäste | Version der Gastgeber |
|—|—|—|
| Auslöser | Schlag gegen den Brustkorb nach einem Foul | rüdes Foul eines Gästespielers |
| Beleidigungen | gegen Frauen und Kinder | rassistische Beleidigungen gegen den Platzkassierer durch Gäste-Fans |
| Verletzte | Co-Trainer bewusstlos, weitere Verletzte | ein Spieler mit Fleischwunde |
| Schiedsrichter | – | trägt laut Gastgebern keine Schuld |
Hier eskalierte das Spiel

Die Massenschlägerei ereignete sich in Dortmund (Nordrhein-Westfalen). In der Kreisliga B trafen die Reserve-Mannschaften von Westfalia Dortmund II und Blau-Weiß Huckarde II aufeinander. Westfalia gewann mit 6:2, die Partie wurde nach Angaben von Westfalia-Trainer Lars Kopka nach Rücksprache mit dem Schiedsrichter regulär beendet. Der verletzte Co-Trainer von Huckarde kam ins Krankenhaus im Stadtteil Kirchlinde.
Für zusätzlichen Ärger sorgte ein Foto nach dem Abpfiff: Westfalia-Spieler posierten vor einer LED-Wand mit dem Endergebnis. Huckarde empfand das als pietätlos. Kopka erklärte laut Ruhr Nachrichten, es handle sich um ein übliches Ritual. Man wolle sich bei Huckarde entschuldigen, falls sich der Verein angegriffen fühle.
Mark Karmanski fasste den Tag gegenüber den Ruhr Nachrichten so zusammen:
> „Das ist der schlimmste Tag, den ich je im Fußball gesehen habe.“ – Mark Karmanski
Am selben Tag erneut Tumulte

Ruhig blieb es auf der Anlage auch später nicht. Im Bezirksliga-Derby zwischen Westfalia Dortmund und Westfalia Huckarde (3:2) kam es laut Ruhr Nachrichten erneut zu Tumulten: Ein Betreuer der Gastgeber sah nach einem Stoß gegen einen Huckarder Spieler die Rote Karte, nach dem Siegtreffer in der Nachspielzeit gab es eine große Rudelbildung.
Huckarde-Trainer Mathias Tomaschewski sagte danach: „Ich als Trainer hätte das Spiel abgebrochen.“ Westfalia-Trainer Jan Knust hielt dagegen: „Eskalieren finde ich Quatsch.“ Beide Teams seien über das Ziel hinausgeschossen, die Vorfälle sollen intern aufgearbeitet werden.
Wie es nach der Massenschlägerei weitergeht, ist offen. Die Polizei ermittelt, die Schuldfrage ist zwischen den Vereinen umstritten. Die Vorfälle sollen intern und möglicherweise auch sportgerichtlich aufgearbeitet werden. Über den Fall berichteten unter anderem die Ruhr Nachrichten, Antenne NRW und Bild.