Ein Linienbus kommt an einem Sonntagnachmittag auf einer schmalen Bergstraße von der Fahrbahn ab und stürzt rund 20 Meter einen steilen Hang hinunter. Mehr als 80 Menschen werden verletzt, sieben von ihnen schwer. Bis in die Nacht suchen Einsatzkräfte nach möglichen weiteren Opfern.
Notruf um 16:43 Uhr: Der Bus stürzt den Abhang hinab

Ein voll besetzter Linienbus ist auf einer kurvigen Bergstraße verunglückt und einen tiefen Abhang hinuntergestürzt. Dutzende Fahrgäste wurden verletzt, die Rettungskräfte waren bis spät in die Nacht im Großeinsatz.
Der Notruf ging am Sonntag, 25. Oktober, um 16:43 Uhr ein. Nach Angaben mehrerer Medien stieß der Bus zuvor mit einem Pkw zusammen. Ob und wie ein zweites Fahrzeug beteiligt war, prüfen die Ermittler noch.
Der Bus stürzte etwa 20 Meter tief und blieb auf der Seite in einem felsigen, schwer zugänglichen Waldhang liegen. Viele Fahrgäste konnten sich selbst befreien und kletterten – teils mit Hilfe der Feuerwehr – zur Straße hinauf.
Mehr als 80 Verletzte, sieben davon schwer

Insgesamt versorgte der Rettungsdienst 83 Menschen. Die meisten erlitten Knochenbrüche und Prellungen unterschiedlicher Schwere.
| Verletzungsgrad | Anzahl |
|—|—|
| Schwer verletzt | 7 |
| Mittelschwer verletzt | 18 |
| Leicht verletzt | 58 |
| Gesamt | 83 |
Stand: Sonntagabend, Angaben des Rettungsdienstes.
Die zuständige Gesundheitsministerin fasste die Lage am Abend so zusammen:
> „Es gibt 58 Leichtverletzte, 18 Menschen in weniger ernstem und sieben in ernstem Zustand.“ (übersetzt)
Erste Meldungen hatten noch von 20 Schwerverletzten gesprochen. Diese Zahl wurde im Laufe des Abends korrigiert.
Großeinsatz mit Seilen, Schneidgeräten und Hubschraubern

Die Rettung im steilen Gelände war äußerst schwierig. Einige Verletzte mussten an Seilen nach oben gezogen werden, andere befreiten die Einsatzkräfte erst, nachdem sie das Blech des Busses aufgeschnitten hatten.
Im Einsatz waren unter anderem:
– bis zu 30 Einheiten der Feuerwehr
– 23 Rettungswagen
– zwei Rettungshubschrauber mit Notarzt, insgesamt waren vier Hubschrauber vor Ort
– drei gemeinsame Teams aus Rettungsdienst und Feuerwehr
– drei Teams zur psychologischen Betreuung
Der Katastrophenschutz rief die Alarmstufe aus. Die Straße wurde in beide Richtungen komplett gesperrt.
Bange Nacht: War der Bus überfüllt?

Bislang gibt es keine Todesopfer. Die Gesundheitsministerin wollte Tote am Abend dennoch nicht ausschließen, weil zunächst unklar war, ob jemand aus dem Bus geschleudert wurde oder unter dem Fahrzeug lag.
Feuerwehrleute suchten deshalb die Umgebung im Umkreis von 30 bis 40 Metern mit Drohnen und zu Fuß ab. Am Montagmorgen hieß es von der Feuerwehr, es gebe „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ keine weiteren Betroffenen. Der Bus sollte am Montagvormittag mit einem Schwerlastkran geborgen werden.
Gleichzeitig wirft der Unfall Fragen auf: Der Bus hat 65 Sitzplätze. An Bord waren nach ersten Angaben aber mindestens rund 80, möglicherweise sogar etwa 100 Menschen. An mehreren Haltestellen unterwegs waren weitere Fahrgäste zugestiegen, einige mussten stehen. Die Polizei prüft nun, ob der Bus überbelegt war. Eine genaue Zählung der Insassen gibt es bislang nicht.
Hier passierte das Unglück

Das Busunglück ereignete sich in Spanien: in der Gemeinde Fogars de Montclús im Naturpark Montseny, gut 50 Kilometer nordöstlich von Barcelona in Katalonien. Der Bus stürzte auf der Landstraße BV-5114 bei Kilometer 18,4 ab.
Es handelte sich um einen Bus der Linie 573 des Busunternehmens Sagalés, der in Richtung Santa Fe del Montseny unterwegs war. Unterwegs waren unter anderem nahe dem Campingplatz Fontmartina weitere Fahrgäste zugestiegen. Die Straße zwischen Fogars de Montclús und Arbúcies blieb nach dem Unfall gesperrt.
Die Schwerverletzten kamen in Krankenhäuser in Barcelona (Vall d’Hebron, Sant Pau), Girona (Trueta), Granollers und Sabadell (Parc Taulí), weitere Patienten unter anderem nach Mataró.
Anteilnahme und Ermittlungen

Kataloniens Regierungschef Salvador Illa schrieb auf X, er verfolge den Unfall „mit großer Sorge“. Er stehe in ständigem Kontakt mit Innenministerin Núria Parlon und Gesundheitsministerin Olga Pané. Zudem erklärte er:
> „Meine ganze Unterstützung für die Betroffenen und mein Dank an die Rettungskräfte für ihre Arbeit.“ (übersetzt)
Das Busunternehmen Sagalés bestätigte, dass der Bus zu seiner Flotte gehört. Die katalanische Polizei Mossos d’Esquadra hat die Ermittlungen übernommen. Geprüft werden unter anderem der Ablauf einer möglichen Kollision, der Zustand der Straße, die Technik des Fahrzeugs und die Zahl der Fahrgäste. Erste Ergebnisse wurden für Montag erwartet.
Für Betroffene und Angehörige richteten Katastrophenschutz und Rotes Kreuz im Gemeindezentrum Can Ramis in Sant Celoni eine Anlaufstelle ein. Psychologen betreuten dort die Fahrgäste und ihre Familien.