Scharfe Kritik an der eigenen Regierung

Als es um die Handlungsfähigkeit der politischen Mitte geht, spart Merz auch die eigenen Reihen nicht aus. Auf die Frage, ob in Union und SPD alle den Ernst der Lage verstanden hätten, antwortete er knapp: „Nein.“
Ein ungewöhnlich offenes Eingeständnis für einen amtierenden Kanzler. Offenbar sieht er innerhalb der Koalition Nachholbedarf bei Tempo, Klarheit und Reformwillen. Auch die Unzufriedenheit der Bevölkerung sei nicht allein von außen entstanden.
„Wir haben kein gutes Erwartungsmanagement betrieben.“ Damit räumt Merz Fehler der Regierung ein. Viele Menschen hätten schnelle Ergebnisse erwartet – auch wegen großer Ankündigungen.
Tatsächlich hatte vor allem der Kanzler selbst mit Aussagen wie dem angekündigten „Herbst der Reformen“ hohe Erwartungen geweckt. Nun zeigt sich: Der Druck auf Friedrich Merz wächst – und die Geduld vieler Bürger offenbar auch.