Neue Steuer im Urlaubsland: Auch Deutsche könnten zahlen müssen!

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Wer ein größeres Vermögen hat und das Land verlassen will, soll künftig kräftig zur Kasse gebeten werden – so steht es in einem neuen Haushaltsentwurf. Beschlossen ist noch nichts. Doch auch Deutsche, die dort leben, könnten betroffen sein.

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Ein teurer Abschied

Umzugskartons und gepackter Koffer in einer Wohnung (Symbolbild, KI-generiert)
Umzugskartons und gepackter Koffer in einer Wohnung (Symbolbild, KI-generiert)

Viele Deutsche träumen davon, ihren Lebensabend im Süden zu verbringen – und manche kehren nach Jahren wieder zurück. Genau dieser Schritt könnte für Wohlhabende bald deutlich teurer werden.

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Eine Regierung in einem beliebten Urlaubsland plant eine sogenannte Wegzugsteuer, auch Exit-Tax genannt. Wer seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt, soll auf Gewinne zahlen, die er noch gar nicht realisiert hat – also etwa auf Kursgewinne von Aktien, die er noch gar nicht verkauft hat.

Wichtig: Bisher handelt es sich nur um einen Entwurf im Haushaltsgesetz. Das Parlament muss noch zustimmen und kann den Text verändern.

Wen die Steuer treffen könnte

Laptop mit Depot-Chart und Taschenrechner auf einem Schreibtisch (Symbolbild, KI-generiert)
Laptop mit Depot-Chart und Taschenrechner auf einem Schreibtisch (Symbolbild, KI-generiert)

Die neue Abgabe soll nicht jeden treffen. Laut den Berichten von t-online, der Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ und dem Fachdienst IMI Daily sieht der Entwurf diese Eckpunkte vor:

Punkt Geplante Regelung (Entwurf)
Steuersatz 26 Prozent auf aufgelaufene, nicht realisierte Gewinne
Vermögensschwelle ab 800.000 Euro Finanzvermögen (laut „Il Sole 24 Ore“ ohne Bankguthaben)
Wohnsitz-Bedingung steuerlicher Wohnsitz in mindestens 6 der letzten 10 Jahre
Staatsanleihen reduzierte Bemessungsgrundlage, effektiv 12,5 Prozent
Immobilien laut t-online ausgenommen
Start für Wegzüge ab 1. Januar 2027

Betroffen wären damit auch Deutsche, die dort seit Jahren steuerlich ansässig sind, ein entsprechendes Vermögen haben und wieder wegziehen – etwa zurück nach Deutschland.

So soll gerechnet werden

Steuerbescheid, Euro-Münzen und Taschenrechner (Symbolbild, KI-generiert)
Steuerbescheid, Euro-Münzen und Taschenrechner (Symbolbild, KI-generiert)

IMI Daily rechnet ein Beispiel vor: Wer ein Wertpapierdepot im Wert von 2 Millionen Euro besitzt, das ihn einmal 1,2 Millionen Euro gekostet hat, hätte einen Buchgewinn von 800.000 Euro. Darauf würden beim Wegzug 208.000 Euro Steuer fällig.

Ganz sofort zahlen müsste aber nicht jeder. Der Entwurf sieht laut „Il Sole 24 Ore“ und IMI Daily diese Regeln vor:

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  • Grundsätzlich ist die Steuer innerhalb von 180 Tagen nach dem Wegzug fällig.
  • Wer in ein EU-Land oder einen Staat mit Steuerabkommen zieht, kann die Zahlung bis zum Verkauf der Papiere aufschieben.
  • Dafür muss er aber sofort 50 Prozent der Steuer zahlen und eine Sicherheit stellen – im Beispiel also 104.000 Euro.
  • Der Aufschub gilt bis zu 5 Jahre bei Umzügen innerhalb der EU und bis zu 10 Jahre bei anderen berechtigten Staaten.
  • Werden die Papiere in dieser Zeit nicht verkauft, vererbt oder kehrt der Steuerpflichtige zurück, entfällt die Steuer – Vorauszahlungen werden erstattet.

Italien steckt hinter dem Plan

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Kammerpräsident Lorenzo Fontana in Rom, 04.11.2026. Foto: IMAGO / IPA/ABACA (Stefano Carofei)
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Kammerpräsident Lorenzo Fontana in Rom, 04.11.2026. Foto: IMAGO / IPA/ABACA (Stefano Carofei)

Hinter dem Vorhaben steht die Regierung von Giorgia Meloni in Italien. Die Wegzugsteuer steckt als Artikel 17 im Entwurf des Haushaltsgesetzes für 2027, den die Regierung laut IMI Daily am 30. Oktober 2026 an die Abgeordnetenkammer geschickt hat. Im Einkommensteuergesetz soll dafür ein neuer Artikel 307-bis eingefügt werden.

Noch ist der Plan kein Gesetz. Das italienische Parlament verabschiedet den Haushalt üblicherweise bis Ende Dezember. Bis dahin können die Abgeordneten den Artikel noch ändern – oder streichen.

Warum Rom die Reichen anders behandeln will

Skyline von Mailand mit den Hochhäusern des Viertels Porta Nuova, 26.10.2026. Foto: IMAGO / Independent Photo Agency Int. (Emanuele Roberto De Carli)
Skyline von Mailand mit den Hochhäusern des Viertels Porta Nuova, 26.10.2026. Foto: IMAGO / Independent Photo Agency Int. (Emanuele Roberto De Carli)

Italien lockt seit Jahren vermögende Zuzügler mit einer Pauschalsteuer: Laut t-online zahlen sie in den ersten zehn Jahren einen festen Betrag auf ihre Auslandseinkünfte – unabhängig davon, wie hoch diese sind. Für Neuankömmlinge wurde dieser Betrag nach t-online-Angaben in diesem Jahr auf 300.000 Euro pro Jahr angehoben. Vor allem in Mailand wird kritisiert, dass reiche Zuzügler Mieten und Lebenshaltungskosten in die Höhe treiben.

Die Wegzugsteuer gilt als Versuch, den Zustrom zu bremsen. Viel Geld bringt sie laut den offiziellen Schätzungen nicht: rund 3,37 Millionen Euro im Jahr 2027 und etwa 6,74 Millionen Euro pro Jahr ab 2028.

„erscheint schlecht definiert und lässt viel Raum für Zweifel und Interpretation“ (übersetzt)

Steuerexperte Federico Salmoiraghi über den Entwurf, laut IMI Daily

Salmoiraghi forderte die Regierung laut IMI Daily auf, den Vorschlag grundlegend zu überarbeiten oder ganz zurückzuziehen.

Andere Länder kennen solche Steuern längst

Globus, Euro-Geldscheine und Reisepass auf einem Schreibtisch (Symbolbild, KI-generiert)
Globus, Euro-Geldscheine und Reisepass auf einem Schreibtisch (Symbolbild, KI-generiert)

Ganz neu ist die Idee nicht. Laut t-online gibt es ähnliche Regeln bereits in mehreren Staaten:

Land Regelung laut t-online
USA 23 Prozent auf Gewinne über 910.000 Dollar bei Aufgabe der Staatsbürgerschaft
Dänemark 27 bis 42 Prozent, je nach Höhe der Gewinne
Weitere ähnliche Steuern u. a. in Frankreich, Österreich, Norwegen, Kanada, Australien und Israel

Für Deutsche in Italien heißt das vorerst: abwarten. Ob, wann und in welcher Form die Wegzugsteuer kommt, entscheidet sich erst mit der Verabschiedung des Haushalts.

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