Nach 23 Jahren, 234 Länderspielen und 146 Toren ist Schluss: Einer der größten Fußballer der Geschichte hat am Donnerstag überraschend seinen Abschied aus der Nationalmannschaft verkündet. Damit endet eine Ära – und ein wochenlanges Hin und Her um seine Zukunft.
Die Nachricht kam per Video auf Instagram, am 5. November 2026 – nur einen Tag bevor sein Nationaltrainer den Kader für die nächsten Spiele in der Nations League bekanntgeben wollte. Der 41-Jährige gibt nach mehr als zwei Jahrzehnten sein Trikot mit der Nummer 7 ab.
„Keine leichte Entscheidung“: ein emotionaler Abschied
In seiner Videobotschaft wendet sich der Superstar direkt an seine Landsleute. Laut der portugiesischen Sportzeitung Record sagt er darin (übersetzt aus dem Portugiesischen):
> „An die Portugiesen: Der Tag ist gekommen, das Trikot mit der Nummer sieben der Nationalmannschaft von uns allen zurückzugeben.“
Es sei „keine leichte Entscheidung“ gewesen, berichtet der portugiesische Sender TSF aus dem Video. Wenn er zurückblicke, sehe er nicht nur Spiele, Tore, Rekorde oder Trophäen, sondern vor allem Menschen: „Fußball ist viel größer als ein Spiel: Es sind die Menschen.“ Er habe alles gegeben, was er hatte, sei auch gescheitert und habe gelitten – aber niemals aufgegeben. Record stellt seine Botschaft unter den Satz „Portugal wird immer in mir sein“.
Der Streit mit dem Nationaltrainer
Ganz überraschend kommt der Schritt nicht. Ende September war es zum offenen Bruch mit Portugals Nationaltrainer Jorge Jesus gekommen. Der Stürmer hatte beim Nations-League-Sieg gegen Norwegen über die gesamte Spielzeit auf der Bank gesessen. Am 30. September verließ er dann das Trainingslager in Dänemark – am Vorabend des Spiels gegen die Dänen, wie unter anderem Al Jazeera berichtete.
Wenige Tage später, am 6. Oktober, meldete er sich mit einer Stellungnahme zu Wort. Laut beIN Sports warf er dem Trainer vor, sein Wort gebrochen zu haben, entschuldigte sich aber zugleich bei seinen Mitspielern: „Die Verantwortung liegt ausschließlich bei mir.“ Einen Rücktritt schloss er damals noch aus und sprach von einem oder mehreren Abschiedsspielen. Gut vier Wochen später folgt nun doch der endgültige Schlussstrich.
WM-Aus gegen Spanien als letztes großes Turnier
Sein letztes großes Turnier hatte er bereits vor der WM 2026 als solches angekündigt. „Ich möchte es so sehr wie möglich genießen, denn es wird die letzte Weltmeisterschaft sein, ja“, sagte er laut Blick vor dem Achtelfinale. Gegen Spanien war dann Endstation: Ein spätes Tor von Joker Mikel Merino beendete in Arlington Portugals WM-Traum. Sein letztes Länderspieltor hatte er zuvor im Sechzehntelfinale gegen Kroatien per Elfmeter erzielt.
Das Ende der Ära CR7: Cristiano Ronaldo sagt Adeus
Spätestens jetzt ist klar, wer hinter dem Abschied steckt: Cristiano Ronaldo. Der fünfmalige Weltfußballer verabschiedet sich als Rekordnationalspieler und Rekordtorschütze Portugals. Mit 146 Treffern hält er den Weltrekord für Länderspieltore bei den Männern.
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| Cristiano Ronaldo für Portugal | |
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| Zeitraum | August 2003 bis November 2026 |
| Länderspiele | 234 |
| Tore | 146 (Weltrekord bei den Männern) |
| Erstes Länderspieltor | 12.06.2004, EM-Spiel gegen Griechenland |
| Letztes Länderspieltor | 02.07.2026, WM-Sechzehntelfinale gegen Kroatien |
| Rückennummer | 7 |

Die größten Erfolge mit der Seleção:
– Europameister 2016
– Nations-League-Sieger 2019
– Nations-League-Sieger 2025
Auf Vereinsebene macht Ronaldo weiter: Er steht beim saudi-arabischen Klub Al-Nassr unter Vertrag. Für Portugal aber ist die Ära CR7 nach 23 Jahren endgültig vorbei.