Erst am Dienstag, jetzt schon wieder: Am Donnerstag sind in ganz Europa erneut Bombendrohungen gegen Passagierflugzeuge eingegangen. Ein Airbus der Aer Lingus musste auf einem französischen Militärflugplatz landen, Kampfjets begleiteten gleich mehrere Maschinen. Betroffen waren Flüge nach Rom, Wien, Sofia, Brüssel, Prag und Kopenhagen.
Aer-Lingus-Jet landet auf Militärbasis in der Normandie

Der Airbus A320 der irischen Aer Lingus war auf dem Weg von Dublin nach Rom. Laut Bild startete er um 6.25 Uhr. Nach einer Bombendrohung wurde die Maschine zum Militärflugplatz Évreux in der Normandie umgeleitet, rund 100 Kilometer nordwestlich von Paris. An Bord waren nach Angaben des Büros von Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder.
Auf Flightradar24 war zu sehen, wie die Maschine vom Kurs abwich und über dem Flughafen Chartres kreiste, bevor sie Évreux ansteuerte. Französische Kampfjets stiegen auf und begleiteten das Flugzeug.
> „Unser Einsatzteam startete, um das Flugzeug nach einer mutmaßlichen Bombendrohung abzufangen.“ – Französische Luftwaffe gegenüber der Nachrichtenagentur AFP (laut Bild)
Gegen 10 Uhr landete der Airbus laut Bild sicher. Alle Menschen an Bord wurden in Sicherheit gebracht, Spezialisten durchsuchten die Maschine.
Italienische Luftwaffe eskortiert Finnair-Flug nach Rom

Am Zielflughafen Rom-Fiumicino starteten laut Flightradar24 rund 30 Minuten lang keine Flugzeuge. In dieser Zeit landete eine Finnair-Maschine aus Helsinki, gegen die ebenfalls eine Bombendrohung vorlag. Die italienische Luftwaffe hatte sie eskortiert.
Wizz-Air-Airbus landet in Wien

Auch Österreich war betroffen. Ein Airbus A321 der Wizz Air auf dem Weg von Mailand-Malpensa nach Warschau landete außerplanmäßig in Wien-Schwechat. Verdächtige Gegenstände wurden laut ORF nicht gefunden, und die Maschine flog weiter. Eine per Mail verschickte Drohung richtete sich insgesamt gegen vier Flüge von und nach Wien, darunter ein Finnair-Flug aus Helsinki, der planmäßig landete. Am Flughafen Salzburg gab es einen Polizeieinsatz mit verschärften Kontrollen, der Flugbetrieb lief aber normal weiter.
Auch Bulgarien, Belgien, Tschechien und Dänemark betroffen

– Bulgarien: Drei Maschinen landeten außerplanmäßig: zwei aus Kopenhagen und Madrid in Sofia, eine aus London in Plowdiw.
– Belgien: Ein LOT-Flug aus Warschau landete nach einer Drohung sicher in Brüssel.
– Tschechien: Die Polizei meldete auf X Drohungen gegen vier Flugzeuge nach Prag. Sie stufte die Hinweise als wenig glaubwürdig ein, ließ die Maschinen aber von Sprengstoffexperten untersuchen.
– Dänemark: In Kopenhagen durchsuchte die Polizei zwei gelandete Maschinen und fand nichts Verdächtiges.
Schon die zweite Welle in dieser Woche

Bereits am Dienstag hatten Drohungen gegen mindestens sieben Flüge und ein Kreuzfahrtschiff den Verkehr gestört (unser Bericht dazu). Betroffen waren unter anderem Ryanair, Wizz Air und AUA. Auch im Oktober hatte schon ein Kampfjet eine Notlandung nach Bombendrohung begleitet. Bei keiner der Kontrollen wurde Sprengstoff gefunden, und niemand wurde verletzt.
Wer hinter der Serie steckt, ist offen. Niemand hat sich bisher dazu bekannt. Europäische Behörden warnen seit Längerem vor sogenannten hybriden Bedrohungen wie Sabotage oder gezielten Störaktionen. Belege für eine Beteiligung ausländischer Akteure an den aktuellen Drohungen gibt es nach Angaben von Reuters bisher nicht.