Studie macht es offiziell: Beliebtes Lebensmittel gilt jetzt als riskant – die Hintergründe schockieren

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Es landet mit Zwiebeln, Salz und Pfeffer auf dem Brötchen, gehört für viele Deutsche zum Frühstück oder aufs Partybuffet – und hat jetzt einen traurigen Spitzenplatz erobert. Eine Zehn-Jahres-Auswertung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zeigt, welches Lebensmittel hierzulande inzwischen am häufigsten hinter Krankheitsausbrüchen steckt. Allein bei einem einzigen Ausbruch im Jahr 2024 erkrankten 191 Menschen, drei starben.

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Zehn Jahre, 3.021 Ausbrüche: Die große Bilanz der Behörden

Image: AI
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Seit 2015 sammelt das BVL gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) Daten zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen. Von einem solchen Ausbruch sprechen die Behörden, wenn mindestens zwei Menschen durch dasselbe belastete Lebensmittel krank werden – das kann eine einzelne Familie sein oder Hunderte Menschen in mehreren Bundesländern.

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Nun haben BVL-Fachleute eine detaillierte Bilanz gezogen. Die Studie „Ten-year analysis of foodborne outbreaks, agents, and foods in Germany“ erschien im Mai 2026 im Fachjournal „Journal of Consumer Protection and Food Safety“. Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

Kennzahl2015–2024davon 2024
Gemeldete Ausbrüche3.021271
Erkrankterund 19.800*mindestens 2.400
Krankenhausbehandlungen–451
Todesfälle59*8
Ausbrüche mit sicher ermitteltem Lebensmittel29736

* laut Angaben gegenüber BILD. Quellen: BVL/RKI-Jahresbericht 2024, BVL-Zehn-Jahres-Studie.

Die tatsächlichen Zahlen dürften deutlich höher liegen. Wer nach dem Essen Durchfall bekommt, geht oft nicht zum Arzt – viele Erkrankungen und kleinere Ausbrüche tauchen deshalb in keiner Statistik auf.

Diese zwei Keime machen am häufigsten krank

Image: AI
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Zwei Erreger stechen in der Auswertung heraus. Laut BILD lösten Campylobacter-Bakterien in zehn Jahren 1.218 Ausbrüche aus, Salmonellen 929. BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl erklärte gegenüber BILD:

„Die häufigsten Erreger bei Lebensmittel-Ausbrüchen über 10 Jahre sind Campylobacter und Salmonellen. Campylobacter sind Durchfall-Bakterien, die vor allem in Rohmilch und auf Geflügelfleisch vorkommen können. Salmonellen treten häufig im Zusammenhang mit rohem Schweinefleisch wie Mett und kurz gereifter Rohwurst auf. Beide Erreger können schwere Magen-Darm-Erkrankungen auslösen.“

Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des BVL, gegenüber BILD
Rohmilch-Automat auf einem Bauernhof. Symbolbild (KI-generiert)
Rohmilch-Automat auf einem Bauernhof. Symbolbild (KI-generiert)

Rohmilch war lange das Problem – jetzt nicht mehr

Zu Beginn des Untersuchungszeitraums war Rohmilch das Lebensmittel, das die Menschen am häufigsten krank machte. Besonders zwischen 2015 und 2017 häuften sich Ausbrüche nach dem Trinken unbehandelter Milch. Danach gingen die Fälle deutlich zurück, 2022 und 2023 wurde laut BVL-Jahresbericht kein einziger Rohmilch-Ausbruch gemeldet.

„Dass Prävention wirkt, zeigen Rohmilch und Eier: Durch Hygienekontrollen an Rohmilch-Tankstellen, gezielte Verbraucherinformationen und Salmonellen-Kontrollprogramme bei Legehennen sind diese Lebensmittel heute deutlich weniger problematisch.“

Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl gegenüber BILD

Das größte Risiko lauert in der eigenen Küche

Über die zehn Jahre betrachtet passierten die meisten eindeutig aufgeklärten Ausbrüche laut BILD im privaten Haushalt. Danach folgen:

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– Kantinen, Mensen sowie Küchen in Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen

– Restaurants

– mit deutlichem Abstand Take-away-, Fast-Food- und Imbissbetriebe

Im Jahr 2024 allein sah das Bild etwas anders aus: Hier lagen laut BVL/RKI-Jahresbericht erstmals Take-away- und Fast-Food-Imbisse vorne, gefolgt von Privathaushalten. BVL-Präsidentin Böl hält dennoch mehr Aufklärung über richtiges Erhitzen, Kühlen und saubere Küchenarbeit für wichtig.

Händewaschen in der Küche, im Vordergrund rohes Hackfleisch. Symbolbild (KI-generiert)
Händewaschen in der Küche, im Vordergrund rohes Hackfleisch. Symbolbild (KI-generiert)

Neuer Spitzenreiter: Mett

Und welches Lebensmittel hat die Rohmilch abgelöst? Es ist ausgerechnet ein deutscher Klassiker, der vor allem bei Männern beliebt ist und im Volksmund auch „Maurermarmelade“ heißt: Mett. Laut BILD steht rohes Schweinemett inzwischen auf Platz 1 der häufigsten Ursachen lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche.

Wie gefährlich das sein kann, zeigte das Jahr 2024. Der größte Ausbruch des Jahres stand laut BVL/RKI-Jahresbericht im Zusammenhang mit gewürztem Schweinemett. Auslöser war der Erreger Salmonella Infantis. 191 Menschen erkrankten, 64 mussten ins Krankenhaus, drei Menschen starben. Insgesamt wurde rohes Schweinehackfleisch 2024 bei fünf gut aufgeklärten Ausbrüchen als Ursache gemeldet – laut Bericht das häufigste Vehikel unter den Fleischprodukten.

So lässt sich das Risiko senken

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt seit Jahren klare Hinweise zum Umgang mit rohem Hackfleisch:

– Kinder unter fünf Jahren, Schwangere, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten rohes Mett grundsätzlich nicht essen.

– Hackfleisch von der Bedientheke nur im Kühlschrank aufbewahren und noch am Einkaufstag verbrauchen.

– Bei verpacktem Hackfleisch das Verbrauchsdatum und die angegebene Lagertemperatur beachten.

– Nach Ablauf des Verbrauchsdatums kein rohes Hackfleisch mehr essen.

– Ist die Kühlung nicht sicher, das Fleisch lieber durchgaren.

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