Mitten in der Nacht auf Sonntag reißt eine heftige Sturmböe ein Blechdach ab und schleudert es direkt in eine Stromanlage. Die Folge: ein Kurzschluss, der Tausende Haushalte schlagartig vom Netz nimmt. Straßenlaternen gehen aus, Handys verlieren den Empfang – und eine große Klinik muss ihre Notaufnahme einschränken. Was in den dunklen Morgenstunden passierte und wo sich das Drama abspielte.
Ein Blechdach wird zum Geschoss

Ein Herbststurm hat am Sonntagmorgen (25. Oktober 2026) in einer deutschen Großstadt und ihrem Umland für einen großflächigen Stromausfall gesorgt. Zehntausende Menschen saßen plötzlich im Dunkeln. Auslöser war ein Teil, das eigentlich Schutz bieten sollte: ein Dach.
Kurz nach 6 Uhr erfasste eine heftige Windböe ein Blechdach und wehte es in ein Umspannwerk. Dort löste es nach Angaben von Polizei und Stadt einen Kurzschluss aus. Dieser Kurzschluss verursachte laut einem Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur den größten Teil des Ausfalls. Die Bergung des Daches gestaltete sich aufwendig.
Nach Angaben des zuständigen Energieversorgers waren rund 10.000 Haushalte über Stunden ohne Strom. Die Polizei schätzte, dass zeitweise rund 25.000 Menschen betroffen waren.
Klinik nimmt nur noch lebensbedrohliche Notfälle an

Besonders heikel war die Lage in einem großen Universitätsklinikum. Dessen Notaufnahme konnte während des Stromausfalls nicht mehr alle Notfälle versorgen. Nur noch Patienten in Lebensgefahr sollten kommen. In den sozialen Medien wandte sich die Klinik direkt an die Bevölkerung:
> „Alle anderen Patient*innen bitten wir, auf umliegende Notaufnahmen oder Notfallpraxen auszuweichen.“
> – Universitätsklinikum in einem Social-Media-Beitrag
Nach Angaben der Klinik war die Stromversorgung dort nach etwa zwei Stunden wiederhergestellt. Inzwischen läuft der Betrieb wieder normal.
Kein Licht, kein Netz, gesperrter Tunnel

Der Stromausfall legte in den frühen Morgenstunden große Teile des Alltags lahm. Laut Medienberichten waren unter anderem diese Bereiche betroffen:
– Mobilfunk: In mehreren Stadtteilen fiel auch der Handyempfang aus.
– Wasser: Die Wasserversorgung war kurzzeitig eingeschränkt.
– Straßen: Straßenlaternen blieben dunkel, ein wichtiger Straßentunnel war offenbar wegen des Stromausfalls gesperrt. Der Verkehr – auch Lkw und Reisebusse – wurde durch ein Wohnviertel umgeleitet.
– Notrufe: Die Polizei zählte am Morgen gut 50 Notrufe, viele besorgte Anwohner meldeten sich.
Die Feuerwehr besetzte mehrere Gerätehäuser als Notrufannahmestellen, damit Menschen ohne Telefonverbindung Hilfe holen konnten. Um 7.45 Uhr meldete sie in den sozialen Medien: „Der zuständige Energieversorger arbeitet an der Beseitigung der Störung.“
Hier spielte sich das Strom-Drama ab

Der Stromausfall traf Freiburg im Breisgau und Teile des angrenzenden Dreisamtals (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald). Das Blechdach war in ein Umspannwerk im Freiburger Stadtteil Littenweiler geweht worden. Betroffen war die Notaufnahme des Universitätsklinikums Freiburg. Als Notrufannahmestellen dienten die Feuerwehrgerätehäuser in Ebnet, Kappel und Wiehre. Gesperrt war laut Schwarzwälder Bote der B31-Tunnel.
Schon vor dem Kurzschluss gab es in der Region erste Störungen: Laut Energieversorger Badenova hatten umgestürzte Bäume Oberleitungen beschädigt. Ob ein Zusammenhang mit dem Ausfall in Littenweiler besteht, ließ die Polizei zunächst offen.
| Uhrzeit (25.10.2026) | Was passierte |
|—|—|
| ca. 3.30 Uhr | Stromausfall im Freiburger Stadtteil Kappel |
| ca. 5.30 Uhr | Strom fällt in Buchenbach und Oberried (Dreisamtal) aus |
| kurz nach 6 Uhr | Blechdach fliegt in das Umspannwerk in Littenweiler, Kurzschluss |
| 7.45 Uhr | Feuerwehr informiert über den Ausfall |
| ca. 8.30 Uhr | Handynetz in Littenweiler wieder erreichbar |
| kurz vor 9 Uhr | Strom in Littenweiler zurück |
| bis Mittag | Laut Badenova überall wieder Strom, auch in Oberried (rund 2.500 Haushalte) |
Wie hoch der Schaden ist, steht noch nicht fest. Eine Badenova-Sprecherin sagte laut dpa: „Das Ausmaß des Schadens wird noch erfasst.“ Ob der Versorger zusätzliche Sicherungsmaßnahmen ergreift, soll Teil der Analyse sein. In Freiburg selbst meldete die Stadt keine vollgelaufenen Keller und keine umgestürzten Bäume.
Sturm-Wochenende im ganzen Südwesten

Der Stromausfall in Freiburg war nicht der einzige Zwischenfall eines stürmischen Wochenendes. Bereits in der Nacht zu Samstag hatte Sturmtief „Luise“ für Chaos gesorgt, am Sonntag folgte laut dpa und wetter.com Sturmtief „Manja“.
– Schwarzwald: Der Deutsche Wetterdienst warnte vor orkanartigen Böen bis 120 km/h und Starkregen mit bis zu 80 Litern pro Quadratmeter. Dutzende Bäume wurden umgeweht.
– Karlsruhe und Mannheim: Über 130 Einsätze in der Nacht zu Samstag. In Kronau traf ein herabfallender Ast eine Radfahrerin am Kopf, sie wurde leicht verletzt.
– Europa-Park Rust: Der Freizeitpark fuhr seinen Betrieb wegen des Sturms vorübergehend zurück, große Achterbahnen im Außenbereich blieben zeitweise geschlossen.
– Nastätten (Rheinland-Pfalz): Am Freitag warf eine Böe ein Gestell auf einem Oktobermarkt um – zwei Menschen wurden schwer verletzt.
– Brocken (Harz): Der Deutsche Wetterdienst maß hier Orkanböen von 135 km/h.
Am Feldberg im Hochschwarzwald blieb nach vereinzeltem Schneefall eine dünne Schneeschicht liegen. Für die neue Woche erwarten Meteorologen im Süden wieder Sonne und milde Temperaturen.
Stromausfall: So verhält man sich richtig

Der Fall zeigt, wie schnell ein Sturm den Alltag lahmlegen kann. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät bei einem Stromausfall:
– Die Notrufnummern 110 und 112 nur im echten Notfall wählen, um die Leitungen nicht zu blockieren.
– Akkus von Handy und Laptop sparsam nutzen.
– Netzbetriebene Geräte ausschalten, damit bei der Rückkehr des Stroms keine Schäden entstehen.
– Sich über ein batteriebetriebenes Radio oder offizielle Informationsstellen auf dem Laufenden halten.
Hilfreich sind außerdem eine Taschenlampe, eine geladene Powerbank, Kerzen sowie ein kleiner Vorrat an Wasser und haltbaren Lebensmitteln.
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