Ein großer Transporthubschrauber des Militärs ist am Donnerstagnachmittag (29. Oktober) abgestürzt. Vier Menschen kamen ums Leben, elf weitere wurden verletzt. Unter den Toten sind zwei Soldaten und zwei Sanitätskräfte. Warum die Maschine zu Boden stürzte, ist noch völlig unklar.
Routineflug endet in der Katastrophe

Es sollte ein Routineeinsatz sein: Ein schwerer Militärhubschrauber mit 15 Menschen an Bord ist am Donnerstag abgestürzt. Für vier Insassen kam jede Hilfe zu spät.
Nach Medienberichten stürzte die Maschine gegen 16 Uhr ab. Die Truppe, zu der der Hubschrauber gehörte, sprach von einem Routineeinsatz, das zuständige Verteidigungsministerium von einer Ausbildungsaktivität. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren nach offiziellen Angaben sofort vor Ort und sicherten das Gebiet ab. Zivilisten wurden nicht verletzt, auch Häuser, Fahrzeuge oder andere zivile Infrastruktur wurden nicht beschädigt.
Erst drei, dann vier Tote: Was bisher bekannt ist

In den ersten Stunden nach dem Unglück kursierten unterschiedliche Opferzahlen. Lokale Behörden und ein Kliniksprecher meldeten zunächst drei Tote und zwölf Verletzte. Eine schwer verletzte Person starb später im Krankenhaus. Das Verteidigungsministerium und die Truppe sprechen inzwischen übereinstimmend von vier Toten und elf Verletzten.
| Was bisher bekannt ist | |
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| Zeitpunkt | Donnerstag, 29. Oktober 2026, gegen 16 Uhr |
| Maschine | Transporthubschrauber vom Typ CH-47 Chinook |
| Menschen an Bord | 15 |
| Todesopfer | 4 (drei an der Unglücksstelle, eine Person später im Krankenhaus) |
| Verletzte | 11, laut Ministerium keiner in Lebensgefahr |
| Ursache | noch unklar, Ermittlungen laufen |
Die Verletzten wurden auf zwei Krankenhäuser verteilt, drei von ihnen sollten zur weiteren Behandlung in eine größere Klinik verlegt werden. Das Ministerium schickte eigene Militärärzte, um die Verletzten zu betreuen.
Pilot, Bordtechniker und zwei Sanitäter unter den Toten

Bei der Maschine handelt es sich um einen CH-47 Chinook der italienischen Armee, einen großen Transporthubschrauber mit zwei Rotoren. Nach Angaben der Regierung in Rom waren alle Menschen an Bord Italiener, die meisten von ihnen Soldaten.
Das italienische Verteidigungsministerium hat die Namen der vier Todesopfer inzwischen veröffentlicht, nachdem die Familien informiert worden waren:
– Sergente Simone Ruggia, Heeresflieger
– Sergente Claudio Marchesi, Heeresflieger
– Tenente Franco Adriano Zecchillo, Arzt im freiwilligen Militärkorps des Italienischen Roten Kreuzes
– Sergente Laura Procacci, Krankenpflegerin im freiwilligen Militärkorps des Italienischen Roten Kreuzes
Laut italienischen Medien waren die beiden Soldaten Pilot und Bordspezialist des Hubschraubers. Die beiden Rotkreuz-Mitglieder gehörten zu einem dreiköpfigen Team für medizinische Evakuierungen. Für Laura Procacci soll es nach Angaben der Zeitung „Quotidiano Nazionale“ die erste Mission gewesen sein.
Bosnien-Herzegowina: Hier geschah das Unglück

Der Absturz ereignete sich in Bosnien und Herzegowina: Der Hubschrauber stürzte nahe dem Dorf Gorice im Bezirk Brčko im Nordosten des Landes ab, nicht weit von der Grenze zu Kroatien. Nach Angaben der Truppe liegt die Unglücksstelle rund 180 Kilometer von Sarajevo entfernt. Die italienische Botschafterin Sarah Castellani sagte laut der Nachrichtenagentur LaPresse, das Unglück habe sich offenbar beim Start vom Flughafen Brčko ereignet. Die Verletzten wurden in die Krankenhäuser von Brčko und Tuzla gebracht.
Die Maschine war für die Friedenstruppe der Europäischen Union im Einsatz, EUFOR Althea. Die Mission überwacht seit Dezember 2004 die Umsetzung des Dayton-Friedensabkommens, das den Bosnienkrieg (1992–1995) beendete. Nach EUFOR-Angaben sind rund 1.200 Kräfte im Einsatz. Die italienische Heeresflieger-Abteilung des 4. Regiments „Altair“ gehört nach Angaben des Verteidigungsministeriums seit Januar 2026 zu EUFOR. Ihre Hubschrauber werden für Transporte, die Bergung von Personal und rund um die Uhr für medizinische Evakuierungen eingesetzt.
„Mein erster Gedanke gilt den Familien“

In Italien herrscht tiefe Trauer. Verteidigungsminister Guido Crosetto erklärte:
> „In diesem Moment unermesslichen Schmerzes gilt mein Gedanke vor allem den Familien unserer Gefallenen.“
> – Guido Crosetto, italienischer Verteidigungsminister (aus dem Italienischen übersetzt, nach LaPresse)
„Es gibt keine Worte, die einen so großen Verlust füllen könnten“, sagte Crosetto weiter. Er kündigte an, gemeinsam mit Generalstabschef Luciano Portolano und spezialisierten Militärärzten nach Bosnien zu reisen. Auch die Feiern zum Tag der Streitkräfte am 4. November werden verändert: Das geplante „Villaggio Difesa“ werde „kein Ort des Feierns, sondern ein Ort des Gebets“ sein.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schrieb, ihre Gedanken seien bei den Opfern und ihren Familien. Auch Staatspräsident Sergio Mattarella und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola sprachen ihr Beileid aus.
Ursache unklar – auch Bundeswehr ist bei der Mission

Warum der Hubschrauber abstürzte, ist bislang offen. Angaben zu Wetter oder einem technischen Defekt gibt es von offizieller Seite bisher nicht. Der Stand der Ermittlungen:
– EUFOR hat eine „vollständige und gründliche Untersuchung“ eingeleitet und will weitere Informationen erst nach Prüfung veröffentlichen.
– Das italienische Verteidigungsministerium hat eigene Ermittlungen aufgenommen, um den Unfallhergang zu rekonstruieren.
– EUFOR rief die Bevölkerung auf, keine Falschinformationen zu verbreiten und sich ausschließlich auf offizielle Kanäle zu verlassen.
Auch Deutschland ist an der Mission beteiligt: Die Bundeswehr ist seit August 2022 wieder Teil von EUFOR Althea, nachdem sie bereits von 2004 bis 2012 im Land war. Das Mandat erlaubt bis zu 50 Soldaten. Nach Angaben aus Rom waren alle Insassen des abgestürzten Hubschraubers Italiener, deutsche Soldaten befanden sich demnach nicht an Bord.