Er sagte noch kurzfristig ab – dann die Schock-Nachricht: Berühmter Prominenter ist tot!

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Am Nachmittag sollte er noch eine Rede halten, doch er ließ sich kurzfristig vertreten. Am Abend kam dann die Nachricht, die Weggefährten und Gegner gleichermaßen fassungslos zurücklässt: Ein bekannter Mann des öffentlichen Lebens ist plötzlich gestorben.

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Eine Nachricht, die niemand erwartet hatte

Grabkerze und weiße Rose als Zeichen der Trauer (Symbolbild). Foto: IMAGO / Bihlmayerfotografie (Michael Bihlmayer)
Grabkerze und weiße Rose als Zeichen der Trauer (Symbolbild). Foto: IMAGO / Bihlmayerfotografie (Michael Bihlmayer)

Mitten in einer gewöhnlichen Arbeitswoche ist ein Mann gestorben, den Millionen Menschen kannten. Sein Tod kam völlig unerwartet. Noch am Mittag hatte ihm ein Vertrauter eine Nachricht geschrieben, am Nachmittag sagte er einen wichtigen Auftritt ab.

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Danach war er nicht mehr zu erreichen. Am frühen Mittwochabend (4. November) wurde er leblos aufgefunden. Die Behörden haben ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Das ist bei plötzlichen, ungeklärten Todesfällen üblich.

Wer der Verstorbene ist

Die weiß-blaue Rautenflagge auf dem Maximilianeum, Sitz des Bayerischen Landtags, Oktober 2026. Foto: IMAGO / Harry Koerber
Die weiß-blaue Rautenflagge auf dem Maximilianeum, Sitz des Bayerischen Landtags, Oktober 2026. Foto: IMAGO / Harry Koerber

Gestorben ist Hubert Aiwanger. Er war Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Außerdem führte er die Freien Wähler, sowohl in Bayern als auch auf Bundesebene.

Der Niederbayer galt als einer der markantesten Köpfe der Landespolitik: direkt, streitlustig und immer mit klarer Kante. Unter seiner Führung wurden die Freien Wähler zum Koalitionspartner der CSU. Bei den Kommunalwahlen im Frühjahr errang die Partei laut dpa große Erfolge.

Ein Leben für die Politik

Hubert Aiwanger beim Landesschießen im Schützenfestzelt auf dem Oktoberfest, 04.10.2026. Foto: IMAGO / Lindenthaler (B. Lindenthaler)
Hubert Aiwanger beim Landesschießen im Schützenfestzelt auf dem Oktoberfest, 04.10.2026. Foto: IMAGO / Lindenthaler (B. Lindenthaler)

Hubert Aiwanger wurde nur 55 Jahre alt. Er stammte aus Ergoldsbach in Niederbayern. Er lebte mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen, die beiden haben zwei gemeinsame Kinder.

Steckbrief Hubert Aiwanger
Geboren 26. Januar 1971 in Ergoldsbach (Niederbayern)
Seit 2006 Landesvorsitzender der Freien Wähler Bayern
2008 Einzug in den Landtag, Fraktionschef
Seit 2010 Bundesvorsitzender der Freien Wähler
Seit 2018 Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident
2023 Landtagswahl: Freie Wähler holen 15,8 Prozent
2025 Einzug in den Bundestag verpasst
Gestorben 4. November 2026, im Alter von 55 Jahren

Ein großes Ziel blieb unerfüllt: Den Sprung der Freien Wähler in den Bundestag schaffte Aiwanger nicht.

Der letzte Tag in der Hauptstadt

Das Hotel „Neuer Fritz“ in Berlin, in dem Hubert Aiwanger am 04.11.2026 tot aufgefunden wurde. Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Das Hotel „Neuer Fritz“ in Berlin, in dem Hubert Aiwanger am 04.11.2026 tot aufgefunden wurde. Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Aiwanger war am Mittwoch in Berlin. Dort eröffneten die Freien Wähler ein Hauptstadtbüro, er sollte am Nachmittag sprechen. Laut dpa meldete er sich jedoch „aus gesundheitlichen Gründen“ ab. Für ihn sprang Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) ein.

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Danach war Aiwanger nicht mehr erreichbar. Am frühen Abend wurde er leblos in seinem Zimmer im Hotel „Neuer Fritz“ nahe dem Bahnhof Friedrichstraße gefunden. Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte seinen Tod.

Mehring hatte ihm am Mittag noch eine SMS geschrieben, weil beide in Berlin waren und gemeinsam essen gehen wollten. Später schrieb er:

„Jetzt im Hotel zu sitzen und verstehen zu müssen, dass Hubert gestorben ist, fühlt sich komplett surreal an“

Fabian Mehring, zitiert nach dts Nachrichtenagentur

Was die Ermittler bisher sagen

Polizeifahrzeuge vor dem Hotel „Neuer Fritz“ in Berlin, 04.11.2026. Foto: IMAGO / Anadolu Agency (Volodymyr Sindieiev)
Polizeifahrzeuge vor dem Hotel „Neuer Fritz“ in Berlin, 04.11.2026. Foto: IMAGO / Anadolu Agency (Volodymyr Sindieiev)

Die Staatsanwaltschaft Berlin und die 6. Mordkommission des Landeskriminalamts haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Ziel ist laut Mitteilung, „die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden“ und ein Fremdverschulden auszuschließen. Die Polizei Berlin schrieb auf X: „Die Ermittlungen dauern an.“

„Die konkrete Auffindesituation kann aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit noch nicht preisgegeben werden.“

Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, zitiert nach dpa/t-online

Das ist bisher bekannt (Stand: 5. November, morgens):

  • Todesursache: offiziell noch nicht bestätigt.
  • Obduktion: Laut dpa wird sie voraussichtlich angeordnet. Ergebnisse gibt es bislang nicht.
  • Medienberichte: Nach Informationen des „Tagesspiegel“ gehen die Berliner Behörden von einem natürlichen Tod aus. Die „B.Z.“ berichtet unter Berufung auf Ermittler, dass Fremdeinwirkung derzeit ausgeschlossen werde. Offiziell bestätigt ist das nicht.
  • Familie: Die Angehörigen wurden informiert.

Bestürzung über alle Lager hinweg

Hubert Aiwanger bei seiner Rede beim Politischen Frühschoppen auf dem Gillamoos in Abensberg, 07.09.2026. Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber
Hubert Aiwanger bei seiner Rede beim Politischen Frühschoppen auf dem Gillamoos in Abensberg, 07.09.2026. Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Ministerpräsident Markus Söder (CSU), mit dem Aiwanger seit 2018 in Bayern regierte, reagierte auf X:

„Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. (…) Wir sind alle zutiefst geschockt.“

Markus Söder, zitiert nach dpa

Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) zeigte sich erschüttert: „Sein völlig unerwarteter Tod ist ein schwerer Verlust für den Bayerischen Landtag und für die gesamte Politik in Bayern.“

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) sagte laut dpa: „Er war ein streitbarer Politiker mit Ecken und Kanten, der für seine Überzeugungen kämpfte.“ Auch AfD-Chefin Alice Weidel, FDP-Chef Wolfgang Kubicki und Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze äußerten ihre Anteilnahme. Der Fraktionschef der Freien Wähler im Landtag, Florian Streibl, sagte: „Bayern wird ohne ihn ein anderes sein.“

Wie es jetzt weitergeht

Hubert Aiwanger beim Politischen Frühschoppen der Freien Wähler auf dem Gillamoos, Abensberg, 07.09.2026. Foto: IMAGO / Lindenthaler (B. Lindenthaler)
Hubert Aiwanger beim Politischen Frühschoppen der Freien Wähler auf dem Gillamoos, Abensberg, 07.09.2026. Foto: IMAGO / Lindenthaler (B. Lindenthaler)

Im Wirtschaftsministerium übernimmt laut dpa vorerst Staatssekretär Tobias Gotthardt (Freie Wähler) die Amtsgeschäfte. Er brach dafür eine Delegationsreise nach Singapur vorzeitig ab. Wer Aiwanger dauerhaft als Minister und Vize-Regierungschef nachfolgt, ist noch offen.

Auch die Freien Wähler müssen sich neu aufstellen: Die Partei braucht neue Vorsitzende im Land und im Bund. Ob der für den 14. November geplante Bundesparteitag stattfindet, ist laut dpa unklar. Die Freien Wähler in Bayern erklärten, sie wollten ihre Arbeit „im Sinne von Hubert Aiwanger“ fortsetzen.

Aiwanger hinterlässt seine Lebensgefährtin Tanja Schweiger und zwei Kinder. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die um ihn trauern.

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