Erst quietschende Reifen, dann gähnende Stille – bis plötzlich Scheinwerfer aus der falschen Richtung auftauchen. Wer in dieser Nacht auf besagter Autobahn unterwegs war, wird die beklemmenden Sekunden bis heute nicht vergessen.
Der Schockmoment auf der nächtlichen Fahrbahn

Kaum hatten die meisten Autofahrer auf dem Heimweg den Fuß vom Gas genommen, brach das Chaos los: Ein völlig demolierter Wagen tauchte wie aus dem Nichts auf, Funken sprühten, Glassplitter wirbelten über den Asphalt.
Während vereinzelte Bremslichter wie rote Warnfackeln im Dunkeln flackerten, lugte am Horizont ein blendendes Lichtpaar entgegen jeder Verkehrsordnung hervor – ein Fahrzeug raste schnurgerade in falscher Richtung heran und riss die gewohnte Fahrbahnsymmetrie in Stücke.
Was Augenzeugen zu berichten hatten

Mehrere Fahrende schilderten später, sie hätten zunächst nur einen dumpfen Schlag gehört, dann das überschlagene Auto am Rand liegen sehen – bewegungslos, beinahe friedlich. Sekunden später aber setzte sich der ramponierte Wagen wieder in Bewegung, als hätte jemand den Schockmoment einfach zurückgespult.
Ohne Frontstoßstange, mit zersplitterter Windschutzscheibe und auslösendem Airbag bog der Wagen auf die Hauptspur ein – jedoch entgegen der Fahrtrichtung. Gut drei Kilometer soll der irrlichternde Pkw als Geisterfahrer unterwegs gewesen sein, bevor Polizei und Zufall Schlimmeres verhinderten.
Die riskante Jagd

Noch während entsetzte Notrufe in der Leitstelle eingingen, riegelten Einsatzkräfte die Zufahrten ab und sperrten Spur für Spur. Mit Blaulicht und schrillen Sirenen tasteten sie sich Stück für Stück an den Falschfahrer heran, jederzeit in Sorge vor einem Frontalcrash.
Minuten, die wie Stunden wirkten, vergingen, ehe die Beamten den beschädigten Wagen einkesselten. Dass dabei weder Gegenverkehr noch die Einsatzkräfte selbst verletzt wurden, grenzt für viele Beteiligte an ein Wunder – erst recht angesichts der Geschwindigkeit, mit der der Geisterfahrer unterwegs war.
Erst hier wird klar, wo alles passierte

Tatort dieses nächtlichen Nervenkrimis war die Autobahn 31 in Nordrhein-Westfalen, Höhe Dorsten, genauer an der Ausfahrt des Rastplatzes Kalter Bach. Dort war ein 62-Jähriger am späten Montagabend von der Fahrbahn abgekommen, hatte sich mit seinem Wagen überschlagen – und sich anschließend trotz schwerer Beschädigungen als Falschfahrer wieder auf die Strecke begeben.
Gegen den Mann aus dem Münsterland wird nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und unerlaubten Entfernens vom Unfallort ermittelt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, doch der materielle Schaden und der Schock der Beteiligten sind beträchtlich – ein knapper Ausgang, der in der Dunkelheit ebenso gut tödlich hätte enden können.