Ein Händler ruft ein beliebtes Produkt zurück: In einer Charge wurde zu viel eines Schimmelpilz-Gifts gefunden. Der Stoff kann vor allem bei längerer Aufnahme die Nieren schädigen. Kunden sollen die Ware auf keinen Fall mehr verwenden.
Die Ware wurde nicht nur in einer Region, sondern in ganz Deutschland verkauft. Wer sie noch im Vorratsschrank hat, sollte jetzt genau hinschauen. Welches Produkt betroffen ist, woran Kunden es erkennen und wie sie ihr Geld zurückbekommen.
Warnung für Kunden in ganz Deutschland

Verbraucher sollten derzeit einen prüfenden Blick in ihre Vorräte werfen. Eine Handelskette hat ein Lebensmittel zurückgerufen, weil es gesundheitsschädlich sein kann. Betroffen ist allerdings nur eine ganz bestimmte Charge.
Laut Medienberichten wurde die Warnung am 23. Oktober 2026 auf dem Portal lebensmittelwarnung.de veröffentlicht, auf dem Bund und Länder Rückrufe sammeln. Der Rückruf gilt bundesweit, also für alle 16 Bundesländer. Die Ruhr Nachrichten führten ihn am 31. Oktober erneut in ihrem Rückruf-Ticker auf – viele Kunden dürften die Meldung bislang verpasst haben.
Schimmelpilz-Gift über dem erlaubten Grenzwert

Grund für den Rückruf ist das Schimmelpilz-Gift Ochratoxin A. Bei Kontrollen wurde in der Ware ein Gehalt festgestellt, der über dem gesetzlich zulässigen Höchstwert liegt. Wie hoch der gemessene Wert genau war, wurde nicht veröffentlicht.
> „Der Stoff kann gesundheitsschädlich sein und insbesondere bei langfristiger Aufnahme die Nieren schädigen.“
> – Ruhr Nachrichten, Rückruf-Ticker vom 31.10.2026
Ochratoxin A ist ein Stoffwechselprodukt bestimmter Schimmelpilze. Das ist über das Gift bekannt:
– Es kann laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Bayern Nieren und Leber schädigen.
– In Tierversuchen wirkte es krebserregend. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft es deshalb als möglicherweise krebserregend für den Menschen ein (Gruppe 2B).
– Das Risiko hängt vor allem mit einer langfristigen Aufnahme zusammen – wer die Ware einmal verzehrt hat, muss nach bisherigem Wissen nicht in Panik geraten.
Trotzdem gilt: Die betroffene Ware sollte nicht mehr verwendet werden. Doch um welches Produkt geht es genau?
Dieser Kaffee ist betroffen

Zurückgerufen wird ein gemahlener Kaffee mit Karamellgeschmack der italienischen Marke Bialetti – im Handel als „Perfetto Moka Caramello“ bekannt. Der Kaffee ist für die Zubereitung in der klassischen Espressokanne gedacht. Betroffen ist ausschließlich eine Charge, andere Bialetti-Produkte sind laut Berichten nicht betroffen.
| Angabe | Details |
|—|—|
| Produkt | Bialetti „Perfetto Moka Caramello“, gemahlener Kaffee mit Karamellgeschmack |
| Packungsgröße | 250 Gramm |
| Chargennummer | LC5 BD149T |
| Mindesthaltbarkeitsdatum | 29.05.2027 |
| EAN | 8006363076203 |
| Hersteller | Bialetti Industrie S.p.A., Coccaglio (Italien) |
| Grund | Ochratoxin A über dem zulässigen Höchstgehalt |
Kunden sollten also auf der Packung nach Chargennummer und Mindesthaltbarkeitsdatum suchen. Nur wenn beide Angaben übereinstimmen, ist der Kaffee vom Rückruf betroffen.
Verkauft bei TK Maxx – und auch im Ausland zurückgerufen

Verkauft wurde der Kaffee in Deutschland bei TK Maxx. Als Inverkehrbringer nennt die Rückrufmeldung die TJX Deutschland Ltd. & Co. KG mit Sitz in Düsseldorf. Laut Heidelberg24 kostete die Packung 6,99 Euro.
Laut TK Maxx wurde die betroffene Ware zwischen Juli und November 2025 in den Filialen verkauft – also bereits vor rund einem Jahr. Weil das Mindesthaltbarkeitsdatum erst im Mai 2027 abläuft, kann der Kaffee aber in vielen Küchen noch im Schrank stehen.
Auch in anderen Ländern wurde der Kaffee laut ms-aktuell zurückgerufen:
– Frankreich: Rückruf über das staatliche Portal RappelConso am 15. Oktober 2026
– Irland: Warnung der Lebensmittelbehörde FSAI am 23. Oktober 2026
– Deutschland: Veröffentlichung auf lebensmittelwarnung.de am 23. Oktober 2026
Geld zurück: So läuft die Erstattung

Wer den betroffenen Kaffee gekauft hat, bleibt nicht auf den Kosten sitzen. Laut Rückrufmeldung kann das Produkt in einer TK-Maxx-Filiale zurückgegeben werden, der Kaufpreis wird vollständig erstattet. Alternativ ist laut Heidelberg24 auch ein Ersatzprodukt möglich.
Nach Angaben der Stuttgarter Zeitung ist für die Rückgabe kein Kassenbon nötig. Bei Fragen hilft der Kundenservice von TK Maxx:
– Telefon: 0211 88 223 267
– E-Mail: [email protected]
Wie das Gift in den Kaffee gelangt – und welche Grenzwerte gelten

Ochratoxin A kann laut Stuttgarter Zeitung schon beim Anbau, bei der Ernte oder bei falscher Lagerung der Kaffeebohnen entstehen, wenn sich Schimmelpilze ausbreiten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist laut Heidelberg24 darauf hin, dass sich der Stoff im Blut nahezu der gesamten Bevölkerung nachweisen lässt – über die Nahrung nehmen ihn also viele Menschen in kleinen Mengen auf.
Damit die Belastung gering bleibt, hat die EU die Höchstgehalte für Kaffee verschärft. Seit dem 1. Januar 2023 gelten nach der Verordnung (EU) 2022/1370 strengere Grenzwerte, die inzwischen in die EU-Kontaminantenverordnung 2023/915 übernommen wurden:
| Kaffeesorte | Höchstgehalt bis Ende 2022 | Höchstgehalt seit 01.01.2023 |
|—|—|—|
| Röstkaffee (Bohnen und gemahlen) | 5 Mikrogramm pro Kilogramm | 3 Mikrogramm pro Kilogramm |
| Löslicher Kaffee | 10 Mikrogramm pro Kilogramm | 5 Mikrogramm pro Kilogramm |
Ein Mikrogramm ist ein millionstel Gramm. Schon kleine Überschreitungen führen deshalb zu einem Rückruf – auch um eine dauerhafte Belastung der Verbraucher zu verhindern.
Was Kunden jetzt tun sollten

Wer gerne zu aromatisiertem Kaffee greift, sollte jetzt seinen Vorrat prüfen. Diese Schritte sind sinnvoll:
1. Im Schrank nach Bialetti „Perfetto Moka Caramello“ (250 Gramm) suchen.
2. Chargennummer LC5 BD149T und Mindesthaltbarkeitsdatum 29.05.2027 auf der Packung abgleichen.
3. Betroffenen Kaffee nicht mehr zubereiten oder trinken.
4. Die Packung in einer TK-Maxx-Filiale zurückgeben – der Kaufpreis wird erstattet.
5. Bei Fragen den Kundenservice unter 0211 88 223 267 kontaktieren.
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